08.02.2006: Im Notfall kommt in Lindlar Hilfe jetzt noch schneller

Oberbergischer Kreis. „Die Notfallversorgung der Bevölkerung im Bereich Lindlar hat sich deutlich verbessert“, sagt Hildegard Dickschen, Leiterin des Kreisordnungsamtes. In einem Modellversuch hat der Oberbergische Kreis von Juli bis Dezember 2005 den Rettungsdienst in Lindlar neu organisiert. Die Rettungswache in Lindlar arbeitet als elfte von zwölf Wachen im Oberbergischen Kreis jetzt auch nach dem sogenannten Rendezvous-System und ist dank der Umstrukturierung laut Dickschen nun deutlich schneller am Einsatzort.

Wenn sich Rettungsassistent und Notarzt zu einem Rendezvous verabreden, dann heißt es schnell sein, weil ein Mensch dringend ärztliche Hilfe benötigt. Im Oberbergischen Kreis wurden nach und nach fast alle Rettungswachen auf dieses sogenannte Rendezvous-System umgestellt, das heißt, ein Rettungswagen fährt sofort nach der Alarmierung zum Unglücksort und ein Arzt stößt im eigenen Notarzteinsatzfahrzeug zum Einsatz dazu. Anders bisher in Lindlar: dort hat der Rettungswagen so lange gewartet, bis auch der Arzt irgendwo aus dem Krankenhaus herbeigeeilt war, damit Arzt und Rettungsassistent gemeinsam zum Einsatzort fahren konnten. In dem Modellversuch hat der Oberbergische Kreis als Träger des Rettungsdienstes auch in Lindlar erfolgreich das Rendezvous-System eingeführt.

„Durch das getrennte Ausrücken von Notarzt und Rettungswagen in zwei unterschiedlichen Fahrzeugen verkürzten sich die Ausrückzeiten deutlich“, erklärt die Ordnungsamtsleiterin. „In mehr als 70 Prozent aller Notfälle war der erste Wagen innerhalb von zwei Minuten unterwegs.“ Dementsprechend schneller waren die Helfer  am Einsatzort. Im Rettungsbedarfsplan des Oberbergischen Kreises wird angestrebt, dass ein Rettungswagen oder ein Notarztfahrzeug in mindestens 90 Prozent aller Fälle spätestens nach zwölf Minuten eintrifft. „Während des Modellversuches wurde dieses Ziel deutlich übertroffen“, freut sich Dickschen. „In 97 Prozent aller Fälle konnte die Hilfsfrist von zwölf Minuten eingehalten werden.“ Wenn ein Rettungsassistent und nicht ein Arzt zuerst vor Ort ist, braucht sich der Patient keine Sorgen zu machen. In Lindlar sind die Rettungsassistenten mit einer speziellen Notkompetenz ausgestattet, die auch alle anderen Rettungsassistenten im Kreisgebiet erlernen werden.

Der Erfolg gebe dem Rendezvous-System recht, das jetzt auch in Lindlar zur Dauerlösung werde, kündigt Hildegard Dickschen an. Wie die Katholischen Kliniken Oberberg (KKO), die Träger der Krankenhäuser Lindlar und Engelskirchen sind, dem Oberbergischen Kreis in der Zwischenzeit mitgeteilt haben, kann der notärztliche Dienst nur noch vom Standort Engelskirchen aus wahrgenommen werden. Der Notarzt, der zu einem Einsatz nach Lindlar gerufen wird, kommt daher künftig aus Engelskirchen oder vom Krankenhaus in Wipperfürth. „Mit der Umstrukturierung des Rettungsdienstes verbessern wir die Versorgung der Bevölkerung im Notfall unabhängig von den organisatorischen Veränderungen bei den  KKO“, betont die Ordnungsamtsleiterin.


Letzte Änderung: 8. Februar 2006