08.01.2013: Betreuung in der Kindertagespflege für (fast) alle Fälle

Die Tagespflege ist eine gute und gleichberechtigte Alternative zur Kindertagesstätte. Der Elternbeitrag orientiert sich an ihrem Einkommen und ist in Kindertagesstätte und Tagespflege gleich.

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Oberbergischer Kreis. Der Sohn ist 4 Jahre, die Tochter 19 Monate alt und die alleinerziehende Mutter ist darauf angewiesen, Vollzeit zu arbeiten - im Schichtdienst. Die wechselnden Arbeitszeiten haben Marion Adler und ihrer Familie viel abverlangt, bis sie Kontakt zum Tagesmütternetz Oberberg e.V. aufgenommen hat. Seit 8 Monaten betreut Tagesmutter Sabine Pütz ihre Kleinen - entsprechend des täglichen Bedarfs ganz individuell: "Von 5:00 Uhr morgens bis spät abends um 22:00 Uhr bin ich flexibel einsetzbar", sagt die 45-jährige Wiehlerin und ergänzt: "Ich freue mich täglich auf die Kinder!"

Laura, Samy und Eric genießen es, wenn Tagesmutter Sabine Pütz ihnen vorliest (Foto: OBK)
Laura, Samy und Eric genießen es, wenn Tagesmutter Sabine Pütz ihnen vorliest (Foto: OBK)

Der Bedarf an individueller Betreuung steigt. Das Kreisjugendamt sowie das Stadtjugendamt Wiehl kooperieren deshalb mit dem Tagesmütternetz Oberberg e.V., das die Vermittlung und Beratung im Bereich der Tagespflege übernommen hat. "Kindertagesstätten stehen im Oberbergischen an erster Stelle, wenn es darum geht, die Kleinen zu betreuen. Mit der flächendeckenden Einrichtung von U3-Plätzen sorgt der Kreis dafür, dass auch Kleinkinder verlässlich versorgt werden. Aber manchmal ist der Bedarf so individuell, dass eine weitere, verlässliche Lösung von Nöten ist: deshalb kooperieren wir mit dem Tagesmütternetz Oberberg e.V. und haben dabei sehr gute Erfahrungen gemacht", sagt der Sozialdezernent des Oberbergischen Kreises, Dr. Jorg Nürmberger.

Jacke anziehen und dann geht´s raus zum Spielen (Foto:OBK)
Jacke anziehen und dann geht´s raus zum Spielen (Foto:OBK)

Für kleine Kinder - vor allem für die Allerkleinsten - sind feste Bezugspersonen ebenso wichtig wie qualifizierte Betreuung. Die Tagespflege bietet dazu einen familiären, für die Kinder überschaubaren Rahmen, denn die Tagespflege betreut nicht mehr als fünf Kinder aus mehreren Familien gleichzeitig. Die Betreuung findet in der Regel bei der Tagesmutter bzw. dem Tagesvater zu Hause statt. Die Kinder nehmen dabei am Familienleben im Haushalt der Tageseltern teil. Eltern und Tageseltern bekommen zuvor Gelegenheit sich persönlich kennenzulernen. "Die Chemie muss stimmen, zwischen Kind und Tagesmutter unbedingt. Schön ist es, wenn man auch zu den Eltern einen 'guten Draht' bekommt", sagt Sabine Pütz.
Begleitet werden alle Betreuungsverhältnisse durch das Jugendamt und durch das Tagesmütternetz Oberberg e.V.. Der Verein berät Eltern über Betreuungsangebote und Tageseltern in ihrer Nähe.

Die 19 Monate alte Samy spielt gerne mit Bausteinen (Foto:OBK)
Die 19 Monate alte Samy spielt gerne mit Bausteinen (Foto:OBK)

"Die Tagespflege ist eine gute und gleichberechtigte Alternative zur Kindertagesstätte. Der Elternbeitrag orientiert sich an ihrem Einkommen und ist in Kindertagesstätte und Tagespflege gleich", sagt Elisabeth Dorn-Dickhaus. Sie ist für Organisation und pädagogische Betreuung im Tagesmütternetz Oberberg zuständig. Der Verein verfügt über ein flächendeckendes Netz von Tagesmüttern und Tagesvätern. Wer im Netzwerk aufgenommen werden möchte, muss ein Gesundheitszeugnis und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Neben der Pflegeerlaubnis ist auch ein Erste-Hilfe-Kurs nachzuweisen. Außerdem muss der Teilnehmende über die entsprechenden Räumlichkeiten zur Betreuung verfügen.

Um die Voraussetzung zur Pflegeerlaubnis zu erfüllen, starten die angehenden Tagesmütter und -väter mit einem Grundkurs à 80 Stunden, den das Haus der Familie in Wipperfürth anbietet. "In kleinen Gruppen werden dort Grundlagen der Erziehung vermittelt. Das reicht von Informationen über die Entwicklungsstufen eines Kindes, Spielangebote, Rechtsfragen bis hin zum Umgang mit Konflikten und das Führen von idealen Elterngesprächen. Wichtige Themen sind inzwischen auch der Umgang mit Medien und Ernährung", sagt Elisabeth Dorn-Dickhaus. "Außerdem müssen die angehenden Betreuer 20 Stunden Praxisarbeit im Kindergarten oder bei einer geschulten Tagesmutter absolvieren."

Laura und Samy wollen beschäftigt werden - Sabine Pütz hat zahlreiche Spielideen parat (Foto.OBK)
Laura und Samy wollen beschäftigt werden - Sabine Pütz hat zahlreiche Spielideen parat (Foto.OBK)

Der Grundkurs kostet 300 Euro - der Aufbaukurs 320 Euro. Der Oberbergische Kreis übernimmt die Kosten des Grundkurses komplett und bezahlt auch den Aufbaukurs, wenn sich die Tagesmutter verpflichtet, eine U3 - Betreuung zu übernehmen. Kommunen des Kreises mit eigenen Jugendämtern entscheiden selbst, in welchem Rahmen sie den Absolventen die Kosten ihrer Ausbildung erstatten.
Die Wiehler Tagesmutter Sabine Pütz hat inzwischen auch den entsprechenden Aufbaukurs mit 80 Unterrichtsstunden erfolgreich absolviert und ihre Abschlussarbeit eingereicht. Die gelernte Arzthelferin ist jetzt selbständig tätig - das Jugendamt zahlt allerdings anteilig ihre Kranken- und Rentenversicherung, wie bei einem regulären Angestelltenverhältnis. Die Verdienstmöglichkeiten schwanken je nach Kommune zwischen 3,00 und 5,00 Euro Stundensatz je Kind.
Sabine Pütz betreut zur Zeit insgesamt sieben Kinder - vom Wickelkind bis zum Schüler. Die Kleinsten nennt die Tagesmutter ihre "Krabbelzwerge". Mit ihnen hat die engagierte Betreuerin ein Begrüßungslied einstudiert - damit jeder Morgen in der Tagespflege fröhlich beginnt.
 

Weitere Informationen erhalten Sie im nachstehenden Flyer Logo PDF-Datei und bei:

Tagesmütternetz Oberberg e.V.
Reininghauser Straße 34
in 51643 Gummersbach

Telefon 02261 88-6886
E-Mail info@tagesmuetternetz.de und im Internet unter www.tagesmuetternetz.de

und beim:

Jugendamt des Oberbergischen Kreises
Am Wiedenhof 17
51643 Gummersbach

Telefon: 02261 88-5207
und im Internet unter www.obk.de

sowie beim:

Jugendamt Wiehl
Schulstraße 9
51674 Wiehl

Telefon: 02262 99-422
und im Internet unter www.wiehl.de.

Die "Krabbelzwerge" sind gerne gemeinsam unterwegs (Foto:OBK)
Die "Krabbelzwerge" sind gerne gemeinsam unterwegs (Foto:OBK)

 



Letzte Änderung: 8. Januar 2013