Themen für Betroffene / Interessierte

Thema Depression

Der Begriff Depression stammt aus dem lateinischen (deprimiere „niederdrücken“) und bezeichnet umgangssprachlich einen Zustand psychischer Niedergeschlagenheit. Bei der Depression handelt es sich um ein Chamäleon – ein buntes Bild auffälliger Krankheitserscheinungen, welches z.B. neben chronischen Schmerzen (Rücken, Kopf etc.) durch Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, aber auch von z.B. Tinnitus gekennzeichnet sein kann. Nicht selten erhält der Patient erst nach einer langen Odyssee psychiatrische Hilfe.

Es leiden viele Menschen an dieser Niedergeschlagenheit. Nicht weniger als 20 % der Patienten einer Allgemeinarztpraxis durchlaufen im Laufe ihres Lebens eine depressive Episode. Die Erkrankung kommt häufig wie angeflogen, kann aber ebenso schnell wieder vorüber sein. Durch Aufklärungsarbeit, Einleitung von Therapien sowie die Beteiligung aller verantwortlichen Akteure sind inzwischen die Behandlungschancen und der Erfolg der Heilung gut.

Inhaltliche Schwerpunkte innerhalb des Netzwerkes werden die Themen „Depression bei Kindern und Jugendlichen“ sowie mehrsprachige Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund, Depressionen am Arbeitsplatz sowie Depressionen im Alter sein.

Unsere Kernbotschaften für Sie lauten:

  • Depression kann jeden treffen
  • Depression hat viele Gesichter
  • Depression ist behandelbar
  • Mit Ihrer Depression sind Sie nicht alleine – wir bieten Ihnen ein Netz.

 

Depression in Zahlen

4 Millionen Betroffene in der BRD = 100 %
davon in hausärztlicher Behandlung ~80 %
davon korrekt diagnostiziert ~40 %
davon in adäquater Therapie ~25 %
davon kooperatives Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie (Compliance) ~10 %

Prozentangaben nach den Nürnberger Erfahrungen

 

Formen

Depression in unterschiedlichen Lebenslagen

Die Erkrankung kann jeden und in jedem Alter treffen. In folgenden Lebenslagen sowie unterschiedlichen Formen kann die Depression auftreten.

  • Depression im Alter:

Depressionen im Alter gehören neben dementiellen Erkrankungen zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter. Zudem steigt das Suizidrisiko mit zunehmendem Alter, insbesondere bei Männern, drastisch an. Zu häufig werden depressive Symptome jedoch als normale Begleiterscheinungen von Alter oder Lebenskrise verkannt. Mit Hilfe des Netzwerkes soll auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht und Abhilfe geschaffen werden.

  • Depressionen am Arbeitsplatz:

Mitarbeiter, die über Jahre für ihr Engagement geschätzt wurden, scheinen plötzlich am Ende ihrer Kräfte zu sein: Konzentrationsstörungen, Motivationsverlust, Dünnhäutigkeit, Reizbarkeit, um nur einige von vielen Auswirkungen zu nennen. Häufig kommt ein sozialer Rückzug hinzu. In einer Gesellschaft, in der die Arbeit und die Angst vor dem Verlust der Arbeit ein immer zentraleres Thema im Leben wird, kann die Gefahr der Entwicklung einer depressiven Störung zunehmen. Hier kann ein Netzwerk weitere wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

  • Depression und Migration:

Schwierigkeiten in der neuen Heimat anzukommen können zu depressiven Störungen führen. Auf der anderen Seite werden häufig kulturelle Unterschiede im Erleben von Depressionen nicht richtig diagnostiziert. Zudem bereiten sprachliche Hürden und ein fehlendes muttersprachliches Hilfsangebot im psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich Probleme. Ein Ziel des Netzwerkes ist es, ausländische Mitbürger besser zu informieren, aufzuklären und ihre Versorgung sicherzustellen.

 

  • Kinder und Jugendliche:

Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen treten auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt vom Übergang des Kindes- in das Jugendalter deutlich an. Im Grundschulalter sind weniger als 2 % der Kinder hiervon betroffen. Bei den 12 bis 17 jährigen leiden schätzungsweise 3 bis 10 % an einer depressiven Störung. Das Netzwerk soll hier niederschwellige Angebote für Kinder und Jugendliche bereithalten, in Schulen Aufklärungsarbeit leisten sowie Ansprechpartner sein.

  • Suizidalität:

Depressionen und Suizidalität sind überlappende Phänomene. Suizidgedanken sind ein häufiges Symptom einer Depression. Weit über 9 000 Menschen sterben jährlich am Suizid in Deutschland. Die Dunkelziffer/die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 20-mal so hoch. Jeder Mensch sollte daher mit dem Thema Depression und in seiner lebensbedrohlichen Form, dem Suizid, vertraut sein. Eine umgehende ärztliche Hilfe, ggf. die Verständigung von Rettungsdiensten über die Notrufnummer 112, kann hier Leben retten.

Die Aufzählung ist nicht abschließend – Depression ist ein Chamäleon, welches sich in unterschiedlichen Formen äußern kann. Sollten Sie den Eindruck haben, dass eine dieser Lebensformen für Sie zutrifft, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihren Hausarzt 

 

Selbsttest

Könnte ich eine Depression haben?

Mit diesem einfachen Fragebogen erhalten Sie einen Hinweis und können Ihren Hausarzt auf das Thema ansprechen.
 

www.deutsche-depressionshilfe.de  

 

 



Letzte Änderung: 2. Mai 2017