Hochwasserschutz

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Das Leben am Wasser ist attraktiv, birgt jedoch immer auch Gefahren. Gefährlich wird es immer dann, wenn es infolge von Schneeschmelze oder außergewöhnlichen Niederschlägen zu Hochwasser kommt.

Im Jahr 2007 wurde die EU-Hochwasserrahmenrichtlinie verabschiedet, die den grenzübergreifenden Hochwasserschutz und die Reduzierung der Risiken zum Ziel hat. Zu diesem Zweck werden zur Zeit EU-weit Hochwassergefahrenkarten erstellt und veröffentlicht. Zuständig für die Oberbergischen Gewässer ist die Bezirksregierung Köln, die in Kürze die ersten Hochwassergefahrenkarten veröffentlichen wird.


Foto vom Hochwasser der Agger 1994 in Engelskirchen
Foto vom Hochwasser der Agger 1994 in Engelskirchen

 

Grundsätzliches

Flusshochwasser

Bei lang anhaltenden Niederschlägen und manchmal auch bei Schneeschmelze steigen die Wasserstände in den großen Flüssen kontinuierlich an, was zu Ausuferungen führen kann.

Solche Naturereignisse werden von den Hochwasserzentralen beobachtet. Die Experten können recht gut vorhersehen, wann in den Flussregionen die höchsten Pegelstände erreicht werden.
Damit haben die Betroffenen in den Hochwasserbereichen Zeit sich auf die Gefahr vorzubereiten.

Sturzflut

Bei schönem Wetter finden wir Flüsschen und Bäche idyllisch. Bei heftigem Regen können jedoch auch Rinnsale zu reißenden Flüssen werden und über die Ufer treten. Das tückische ist, dass sich diese Ereignisse selten lange vorher ankündigen. Nach Einsetzen des Regens dauert es oft nur wenige Stunden bis das Hochwasser da ist. Die Gefahr kommt oft über Nacht.

Achten Sie als unmittelbarer Anwohner eines Baches darauf, dass sie den Abfluss im Bach nicht stören, indem Sie z.B. Grünschnitt  im Uferbereich lagern oder Stege, Treppen und Ähnliches einbauen!

Grundhochwasser

Steigende Wasserstände in Flüssen und Bächen lassen auch das Grundwasser steigen. Dieses kann dann über das Erdreich in sonst trockene Keller eindringen. Schlimmstenfalls, kann durch die Auftriebskräfte die Standsicherheit des Gebäudes gefährdet werden.

Sturzregen

Lokal können sogenannte Sturzregen gefährlich werden. Von Sturzregen spricht man, wenn in wenigen Minuten, z.B. bei einem Gewitter sintflutartig Regen fällt. Die Wasser- und Schlammmassen können nicht auf den üblichen Wegen abfließen. Die Regenmassen füllen die Kanäle und lassen sie überlaufen. In den Herbstmonaten können die Regeneinläufe oft durch Laub verstopft sein, so dass der Wasserabfluss auf der Straße erfolgt und über Hauszufahrten auf die Grundstücke gelangt und schlimmstenfalls in Gebäude eindringt.
 

Hochwasserwarnung

Unter Berücksichtigung der meteorologischen Situation und des aktuellen Abflusses, wird von der Hochwasserzentrale NRW Prognosen für den Wasserstand der Flüsse erstellt. Eine Warnung wird ausgegeben, wenn eine festgelegte Meldestufe überschritten wird.

In NRW gibt es 3 Meldestufen:

Meldestufe 1

Meldebeginn Örtlich ist mit kleineren Ausuferungen zu rechnen.

Meldestufe 2

Kontrolldienst, kleineres Hochwasser Ufernahe land- und forstwirtschaftliche Flächen sind überflutet, örtlich ist mit leichter Verkehrsbehinderung auf Hauptverkehrs- oder Gemeindestrassen zu rechnen.

Meldestufe 3

Wachdienst, großes Hochwasser Ufernahe bebaute Grundstücke oder Keller sind überflutet, es kommt zur Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen und vereinzelt ist Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.


Die von der Hochwasserzentrale herausgegebenen Warnungen und Prognosen werden gemäß der Meldevorschrift an die zuständigen Ämter auf Landkreis- und Gemeindeebene weitergegeben, die dann in der Pflicht stehen ihre Bürger zu informieren.

Weitere Auskünfte, ob aufgrund aktueller Niederschläge in nächster Zeit mit erhöhten Wasserständen zu rechnen ist, erhalten Sie

Auskunft zu den aktuellen Pegelständen der in Oberberg registrierten Gewässer erhalten Sie

Warnmeldungen werden auch über die lokalen Radio- und Fernsehsender verbreitet. Im Oberbergischen Kreis werden entsprechende Gefahrenmeldungen über Radio Berg oder WDR 2 frühzeitig bekannt gegeben.

 

Vorbeugender Hochwasserschutz

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat Ende 2008 eine Hochwasserschutzfibel herausgegeben.

Die Hochwasserschutzfibel richtet sich an alle und gibt nicht nur einen Einblick in die Aufgaben der Kommunen beim Hochwasserschutz, sondern gibt Bauherren, Hausbesitzern und Mietern gleichermaßen wertvolle Hinweise. Auch für Architekten und Ingenieure, die im Rahmen der Gebäudeplanung die Schutzkonzepte entwerfen, kann sie eine wichtige Planungshilfe sein und dazu beitragen, dass größere Schäden verhindert und unnötige finanzielle Belastungen vermieden werden. Damit sensibilisiert und stärkt die Hochwasserschutzfibel 2008 das Bewusstsein auch dort, wo es bisher keine Erfahrungen mit dem Hochwasser gab.

Sie steht unter dem vorstehenden Link zum Download bereit.

Hochwasserschaden im Alpetal 2001 (Foto: Aggerverband)
Hochwasserschaden im Alpetal 2001 (Foto: Aggerverband)

 

 



Letzte Änderung: 27. November 2017