Dichtheitsprüfung

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Ist Ihr Hausanschluss dicht?

Das Landeswassergesetz NRW schreibt vor, dass private Abwasserleitungen in Intervallen von maximal 20 Jahren auf ihre Dichtheit überprüft werden müssen - Abwasserleitungen in Neubauten sogar direkt nach der Verlegung. Auch bei einer Änderung des Entwässerungssystems ist eine Prüfung vorgeschrieben.

Lassen Sie sich auf den Seiten im Internet des Oberbergischen Kreises durch die Dichtheitsprüfung lotsen. Das Serviceangebot bietet von den Ansprechpartnern bis hin zum Verfahrensablauf Antworten auf (fast) alle Fragen der komplexen Materie. Neben einer ausführlichen Einführung in die Thematik erhalten Sie auch viele Tipps, wie das Projekt möglichst schlank und kostengünstig durchzuführen ist.

Bis spätestens zum 31. Dezember 2015 müssen alle Hauseigentümer die Dichtheit ihrer Abwasserleitungen erstmals nachweisen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Kommune abweichende Fristen festlegen.

Mit „Ist Ihr Hausanschluss dicht?" unterstützen der Oberbergische Kreis und die 13 dazugehörigen Städte und Gemeinden Hauseigentümer auf dem Weg zur und bei der Dichtheitsprüfung. Im Mittelpunkt stehen Informationen für die Eigentümer und Hilfestellungen bei vielen konkreten Problemen – ein erster Schritt sind die folgenden Internetseiten. Neben dem Land NRW stellen auch die Kreishandwerkerschaft, Architektenkammer und Ingenieurkammer, Verbraucherzentrale und die Interessenvertretung Haus & Grund ihr Wissen für das Projekt zur Verfügung, um eine hohe Informationsdichte zu schaffen.

 

Schwierige Materie

Auf Grund der schwierigen Materie haben sich erst wenige Grundstückeigentümer mit der Thematik auseinandergesetzt oder gar eine Dichtheitsprüfung in Auftrag geben.

Die Informationen und Tipps auf den folgenden Internetseiten sollen Hausbesitzer in die Lage versetzen, eine fachgerechte und kostengünstige Dichtheitsprüfung ihrer privaten Abwasseranlage durchführen zu lassen, an deren Ende eine dauerhaft dichte und ordnungsgemäß angeschlossene Abwasseranlage steht.

 

Perspektivisch denken, um Kosten einzusparen

Das Überprüfen einer Abwasseranlage auf Dichtheit läuft in mehreren Schritten ab.

  • Abschnitt 1
    Der Verfahrensablauf einer Dichtheitsprüfung findet normalerweise in drei Schritten statt:
    • Reinigung,
    • TV-Inspektion und
    • schließlich die eigentliche Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft.
  • Abschnitt 2
    Nach der Reinigung des Leitungsnetzes kann die TV-Inspektion der Abwasseranlage erfolgen. Schon dieser Arbeitsschritt liefert unter Umständen stichhaltige Anhaltspunkte zur Undichtigkeit einer Abwasseranlage.
  • Abschnitt 3
    Sollte die TV-Inspektion Schäden wie Rohrbruch, Boden sichtbar, eindringendes Bodenmaterial oder Infiltration ans Tageslicht fördern, ist die Sanierung der Anlage unumgänglich. Eine Dichtheitsprüfung ist zu diesem Zeitpunkt überflüssig, da schon durch die TV-Inspektion eine Undichtheit festgestellt wurde. In diesem Fall wird erst nach der Sanierung der Abwasseranlage die Dichtheitsprüfung als abschließender Check durchgeführt.

Sind keine sichtbaren Schäden zu Tage getreten, schließt sich, soweit nicht anders mit der Kommune abgestimmt, die Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft an. Diese darf nur von einem „Sachkundigen für die Durchführung von Dichtheitsprüfungen an privaten Abwasserleitungen vorgenommen werden, der bestimmte Anforderungen erfüllt.

Haben die TV-Inspektion oder die Dichtheitsprüfung gezeigt, dass die private Abwasseranlage nicht in Ordnung ist, muss sie saniert werden.

Der Erfolg der Sanierung wird vom Sachkundigen mit einer Dichtheitsprüfung bestätigt. Das Ergebnis wird in einer Dichtheitsprüfbescheinigung festgehalten.

Manchmal besteht die Möglichkeit, auf eine TV-Inspektion zu verzichten und gleich eine Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft durchzuführen. Besonders bei neueren Gebäuden kommt dieses Vorgehen zum Einsatz, da oftmals detaillierte Informationen über den Leitungsverlauf vorliegen. Sind zudem keine Schäden oder angeschlossene Dränagen bekannt, kann in diesem Fall der dritte vor dem zweiten Schritt gemacht werden. Nur wenn das Ergebnis der Dichtheitsprüfung negativ ausfällt, muss zusätzlich noch eine TV-Inspektion durchgeführt werden. Auf deren Basis werden dann ein Sanierungskonzept und eine Kostenkalkulation erstellt. Nach der Sanierung wird auch hier eine Dichtheitsprüfung durchgeführt.

Während des gesamten Verfahrens sollte darauf geachtet werden, dass perspektivisch gearbeitet wird, um bei einer erneuten Reinigung, TV-Inspektion, Dichtheitsprüfung oder Sanierung Aufwand und Kosten zu sparen. Bei der TV-Inspektion sollte ein Lageplan des aktuellen Bestands der Abwasseranlage erstellt werden. Es ist sinnvoll, diesen zu aktualisieren und kontinuierlich fortzuschreiben. Der Lageplan und alle Bescheinigungen müssen unbefristet und sicher aufbewahrt werden. Als idealer Platz bietet sich dafür eine so genannte Grundstücksmappe an, in der alle Dokumente und der Schriftverkehr gesammelt werden.

 

Checkliste Dichtheitsprüfung

Diese Tips sollten Sie beachten:

  • Holen Sie sich gemeinsam mit ihren Nachbarn Angebote bei mehreren zugelassenen Sachkundigen ein. Legen Sie Informationen zu Baujahr, Leitungslänge und Schachttiefe, den Nennweiten, den vorhandenen Zugangsmöglichkeiten und Leitungsverlauf bei.
  • Vergeben Sie Reinigung, TV-Inspektion und Dichtheitsprüfung an einen Dienstleister
  • Vereinbaren Sie, dass TV-Inspektion und Dichtheitsprüfung direkt nacheinander durchgeführt werden. Sonst wird eine erneute Reinigung notwendig.
  • Machen Sie alle Zugangsmöglichkeiten (Einsteigschacht und Inspektionsöffnungen) frei.
  • Sehen Sie während der Arbeiten vom Benutzen von Toilette, Dusche, Wasch- und Spülmaschine ab. Ansonsten muss die ausführende Firma eine Wasserhaltung einplanen.
  • Wenn Sie nicht selbst anwesend sein können, beauftragen Sie eine Vertrauensperson mit Entscheidungsbefugnis. Kleine bauliche Probleme können so schnell aus der Welt geschafft werden.
  • Fordern Sie eine vollständig ausgefüllte Bescheinigung über das Ergebnis der jeweiligen Arbeiten.
  • Grundstücksanschlussleitung und Hausanschlussleitung: Da die Begriffe der verschiedenen Leistungen in der Praxis manchmal unterschiedlich benutzt werden, beschreiben Sie in den Verträgen mit den zugelassenen Sachkundigen und den Sanierungsfirmen genau, welche Leitungsabschnitte gemeint sind. Achten Sie in den Prüfprotokollen zudem darauf, dass genau daraus hervor geht, was mit welchem Ergebnis geprüft wurde.“
  • Achten Sie darauf, dass die gesamte private Abwasseranlage geprüft wird, also auch die Leitungen unter der Bodenplatte, die Schächte und Inspektionsöffnungen, die Leitung zwischen Schacht und Grundstücksgrenze und die Grundstücksanschlussleitung, soweit sie zu Ihrer Abwasseranlage gehört.
  • Achten Sie darauf, dass die Prüfbescheinigung den Vermerk „ Prüfung gemäß § 61a Landeswassergesetz NRW“ trägt. Der Vermerk „Prüfung gemäß DIN EN 1610“ oder „Prüfung gemäß DIN 1986-30“ reicht nicht aus.

 



Letzte Änderung: 31. August 2010