Sanierung im Schadensfall

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Sanierung: Drei Wege führen zum Ziel

Schäden an der Abwasseranlage, die durch TV-Inspektion oder Dichtheitsprüfung festgestellt wurden, erfordern eine Sanierung. Sonst drohen eine ganze Reihe von Gefahren, wie z. B. die Verschmutzung von Boden und Grundwasser durch austretendes Abwasser oder das Eindringen von Grundwasser in die Leitungen, was zu einer Überlastung der öffentlichen Kanalisation führen kann. Eingestürzte Leitungen, eingedrungene Wurzeln oder sonstige Hindernisse können dazu führen, dass das Abwasser nicht mehr abgeleitet werden kann. Im Extremfall besteht sogar die Gefahr des Vernässens der Keller von angrenzenden Gebäuden.

Die Sanierung einer Abwasseranlage erfolgt durch Renovierung, Reparatur oder Erneuerung und wird in folgenden Schritten durchgeführt:

  • Sichten und auswerten der Untersuchungsergebnisse (TV-Inspektion und ggf. Dichtheitsprüfung)
  • Auswahl der für den Grundstücksbereich zugelassenen und möglichen Sanierungsverfahren
  • Erstellen eines grundstücksbezogenen Sanierungskonzeptes mit einer Kostenkalkulation
  • Sanierung durch eine Fachfirma
  • Abnahmeprüfung durch einen Sachkundigen

 

Weiterhin sollten Sie beachten:

  • Sanierungsplanungen Ihrer Gemeinde für die öffentliche Abwasseranlage
  • Besonderheiten Ihres Grundstücks wie Bodenbeschaffenheit, Grundwasserstand und die eventuelle Lage in der Wasserschutzzone II
  • Fördermöglichkeiten
  • Kosteneinsparungen durch Zusammenschluss mit Nachbarn und Kooperation mit der Gemeinde
  • Ihre Planungen:
    Überlegen Sie z. B., ob Sie tatsächlich noch eine Dusche im Keller benötigen und die sanierungsbedürftigen Leitungen stillgelegt werden können

 

Checkliste Sanierung im Schadensfall

  • Rechnen Sie damit, dass das Sanierungskonzept eines Bauunternehmens nicht wertneutral ist. Für die Auswertung der Untersuchungsergebnisse (TV-Inspektion/Dichtheitsprüfung), die Erstellung eines Sanierungskonzepts und die Kostenkalkulation empfiehlt sich die Einbindung von Fachmännern, z. B. eines Ingenieurbüros, das sich auf Grundstücke spezialisiert hat.
  • Holen Sie sich Hilfe (z. B. Ingenieurbüro) bei der Formulierung der anzufragenden Leistungen. Lassen Sie sich bei der Wertung der verschiedenen Angebote beraten und beauftragen Sie gegebenenfalls ein Ingenieurbüro mit der Örtlichen Bauüberwachung, um die Qualität der Bauausführung sicherzustellen.
  • Vereinbaren Sie mit der Sanierungsfirma vertraglich, dass nach den anerkannten Regeln der Technik saniert und verlegt werden muss und dass die 
  • Um eventuelle Mängelansprüche gegenüber der Sanierungsfirma geltend machen zu können, sollten Sie beim Verfassen des Vertrages unbedingt beachten, dass die gesetzliche Gewährleistungsfrist des BGB bei Bauwerken fünf Jahre (§ 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB) beträgt. Die Vertragsbedingungen der VOB/B sehen die regelmäßige Mängelgewährleistungsfrist für Bauwerke gem. § 13 Nr. 4 Abs. 1 Satz 1 VOB/B jedoch lediglich für vier Jahre vor. § 13 Nr. 4 Abs. 1 Satz 1 VOB/B eröffnet jedoch ausdrücklich die Möglichkeit eine davon abweichende Gewährleistungsfrist (5 Jahre) zu vereinbaren. Machen Sie davon Gebrauch.
  • Lassen Sie vor Ablauf der Gewährleistungsfrist erneut eine Dichtheitsprüfung durchführen, um eventuelle Mängel aufzudecken und diese dann auf „Garantie“ entfernen zu lassen.

 



Letzte Änderung: 11. März 2010