Wie kann ich die Unterstützung von Sprachmittler*innen in Anspruch nehmen?


 

Wer wird Sprachmittler*in und wie ist die Qualität der Übersetzung?


Sprachmittler*in im OBK kann grundsätzlich jede*r werden, der die Voraussetzungen erfüllt. Durch die obligatorische Qualifizierung werden die Ehrenamtlichen auf Ihre Einsätze vorbereitet. Die Institutionen haben die Möglichkeit, sich und ihre Aufgaben innerhalb der Schulung vorzustellen (wenn Sie Ihre Vorstellung überarbeiten möchten oder Ihre Institution dieses Angebot auch wahrnehmen möchte und bisher nichts eingereicht hat, wenden Sie sich gerne an sprachmittler@obk.de )

Die aktiven Laiensprachmittler*innen werden kontinuierlich durch das KI begleitet. Im Zuge dessen werden regelmäßige Austauschtreffen einberufen, welche sowohl zum Erfahrungsaustausch als auch gegebenenfalls zur Supervision dienen sollen. Das KI erfasst, ausgehend von den Erfahrungsberichten der Sprachmittler*innen, Fortbildungsbedarfe und schult die Sprachmittler*innen zweimal jährlich. Unabhängig davon stehen die zuständigen Mitarbeiter*innen kontinuierlich für die Sprachmittler*innen und Institutionen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Das Kommunale Integrationszentrum wertet in regelmäßigen Abständen die häufigsten Einsatzbereiche der Sprachmittler*innen aus, um dadurch ebenfalls Fortbildungsbedarfe ableiten zu können.

 

Wer ist berechtigt, eine*n Sprachmittler*in anzufordern?

 

Grundsätzlich können folgende Institutionen das Angebot der Laien-Sprachmittler*innen im Oberbergischen Kreis kostenfrei in Anspruch nehmen:

  • Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen, Hochschulen / Universitäten
  •  Kommunale Behörden wie z.B. Wohnungsämter, Schulverwaltungen usw.
  • Einrichtungen des Sozial-, und Integrationsbereichs und Beratungsstellen
  • gemeinnützige Einrichtungen, wie z.B. Ehrenamtsinitiativen oder Migrantenselbstorganisationen.

Das KI behält sich vor, Aufträge abzulehnen, welche zu einer enormen emotionalen Belastung der Sprachmittler*innen führen könnten. Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Einsatz im Rahmen des Sprachmittlerpools.
 

Meine Institution ist dort nicht gelistet. Kann ich dennoch eine*n Sprachmittler*in anfordern?

 

Der Einsatz von Laien-Sprachmittler*innen aus dem Sprachmittlerpool des KI OBK ist in folgenden Kontexten komplett ausgeschlossen:

  • Aufträge von Privatpersonen
  • Aufträge von anderen Privateinrichtungen
  • Gespräche mit Rechtsfolgen, bsp. (Rechts-)anwälte, Notare, Eheschließungen oder poliz. Aussagen
  • Einsätze in Bezug auf die Erstellung von Gesundheitsgutachten, wie z.B. bei der ärztlichen Prüfung der Reisefähigkeit
  • Aufträge von Bildungseinrichtungen zur Ermittlung von sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen (z.B. sog. AOSF-Verfahren).
  • Arztbesuche
  • kontinuierliche Begleitung über einen längeren Zeitraum (z. B. Schulbegleitung)

Bei Unklarheiten, ob Ihre Institution die Hilfe durch Sprachmittler*innen in Anspruch nehmen kann, wenden Sie sich gerne an sprachmittler@obk.de 

Das KI behält sich vor, Aufträge abzulehnen, welche zu einer enormen emotionalen Belastung der Sprachmittler*innen führen könnten. Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Einsatz im Rahmen des Sprachmittlerpools.
 

Wer trägt die Kosten für die Einsätze der Sprachmittler*innen?

 

Das Kommunale Integrationszentrum trägt bei Einsätzen in Institutionen, welche keine eigenen Mittel für Übersetzungen zur Verfügung haben, die anfallenden Aufwandsentschädigungen.

Institutionen, welche die Möglichkeit haben den Einsatz von Sprachmittler*innen über ein internes Budget zu finanzieren, können aufgrund der Förderrichtlinien der Landesregierung eine Finanzierung über die Förderpauschale des KI nicht in Anspruch nehmen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist eine vorherige Anmeldung des Termins per Email. Nicht angemeldete Termine können nicht abgerechnet werden.

Dies gilt, solange die  Förderpauschale für die Finanzierung von Einsätzen des Laien-Sprachmittlerpools verfügbar ist. Sind die Mittel erschöpft, können keine weiteren Einsätze durch das KI finanziert werden. Sollte dieser Fall eintreffen, wird das KI rechtzeitig darüber informieren.
 

Wie kann ich eine*n Sprachmittler*in anfordern?

 

Wenn Sie eine*n Sprachmittler*in benötigen, können Sie sich gerne per Mail an sprachmittler@obk.de oder telefonisch an uns wenden.

Um die Aufträge koordinieren zu können, benötigen wir folgende Informationen:

  • Ort
  • Datum und Uhrzeit
  • Ungefähre Dauer des Termins
  • Ansprechperson für Rückfragen
  • Informationen zum Gespräch (Herkunftsland und Sprache/Dialekt des Klienten, ggf. weitere soziokulturelle Informationen)

Die zuständigen Mitarbeiter*innen vermitteln Ihnen den Kontakt zu einer/einem geeigneten Sprachmittler*in. Die organisatorischen Absprachen und ggf. ein kurzes Vorgespräch zur Vorbereitung führen Sie selbst mit den Sprachmittler*innen.

Erklärt sich der/die Sprachmittler*in bereit den angefragten Termin zu übernehmen, ist es erforderlich, den Termin im Voraus verbindlich per Email an sprachmittler@obk.de beim Kommunalen Integrationszentrum anzumelden. Ohne die vorausgegangene Anmeldung per Mail können keine Kosten erstattet werden.

Hat eine Institution bereits durch vorherige Einsätze die Kontaktdaten einer/eines Sprachmittler*in, kann sie auch ohne vorherige Kontaktaufnahme mit dem KI den/die betreffende*n Sprachmittler*in für Termine anfragen. Eine Anmeldung des bevorstehenden Termins ist jedoch in jedem Fall erforderlich, um die Koordinierung durch das KI zu gewährleisten. Neben Datum und Uhrzeit, sowie der Nennung der/ des Sprachmittler*in ist dazu die Institution und die Art des Einsatzes (z. B. Elterngespräch) zu nennen.
 

Ich brauche kurzfristig eine*n Sprachmittler*in. Ist das möglich?

 

Grundsätzlich ist es möglich, eine*n Sprachmittler*in kurzfristig für Termine anzufragen. Da es sich jedoch um ehrenamtlich engagierte Menschen handelt, sind diese nicht verpflichtet Anfragen anzunehmen. Es steht jeder/jedem Sprachmittler*in frei, Anfragen ohne Angaben von Gründen abzulehnen. Um erfolgreich eine*n Sprachmittler*in vermitteln zu können, wird darum gebeten Anfragen so weit wie möglich im Voraus zu stellen.
 

Wie gehe ich als Fachkraft im Gespräch mit einer/einem Sprachmittler*in vor?


Natürlich arbeitet jede*r Sprachmittler*in unterschiedlich, aber dennoch kann man einige Punkte übergreifend nennen, die Ihnen und dem Dolmetscher das Gespräch vereinfachen:

  • Sprechen Sie langsam und deutlich. Machen Sie regelmäßig Pausen, damit der/die Sprachmittler*in Zeit hat zu übersetzen
  • Verzichten Sie auf den Gebrauch zu vieler oder komplizierter Fremdwörter
  • Die Verantwortung des Gesprächs bleibt bei der Fachkraft. Vermeiden Sie es, dem/der Sprachmittler*in Aufgaben zu übertragen („Bitte erklären Sie dem Klienten jetzt, wie er Kindergeld beantragt“).
  • Geben Sie der/dem Sprachmittler*in ein Feedback zur Übersetzung
  • Beachten Sie, dass Sprachmittler*innen dazu angehalten sind, alles, was gesagt wird, zu übersetzen. Das bedeutet auch, dass Sie die/den Sprachmittler*in nicht „auf Ihre Seite“ ziehen sollten („Finden Sie nicht auch, dass der Klient sehr unhöflich reagiert?“)

Generell gilt aber:

  • Fragen Sie den/die Sprachmittler*in ganz direkt, was er/sie braucht!
  • Die Aufgabe von Sprachmittler*innen ist es zu dolmetschen, nicht zu beraten!

 

Achten Sprachmittler*innen auf Datenschutz und Schweigepflicht?

 

Die Sprachmittler*innen wissen um die Wichtigkeit von Datenschutz und Schweigepflicht. Jede/r Sprachmittler*in unterzeichnet mit Beginn der Tätigkeit auch eine Schweigepflichtsvereinbarung und muss sich an diese halten.
 



Letzte Änderung: 17. Juni 2021