Masern: neue Welle rollt aus der Schweiz an

Entgegen der weitverbreiteten Annahme, Kinderkrankheiten seien leicht zu überwinden, können Masern lebensgefährlich sein. Das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises weist im Hinblick auf eine anrollende Massernwellde aus der Schweiz auf den notwendigen Impfschutz hin.

Kreis empfiehlt gründliches Händewaschen und Impfung

Logo Oberbergischer Kreis, Der Landrat, GesundheitsamtOberbergischer Kreis. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, Kinderkrankheiten seien leicht zu überwinden, können Masern lebensgefährlich sein. „Unter Kinderkrankheiten versteht man Krankheiten, die überwiegend im Kindesalter auftreten – nicht aber ungefährliche Infektionen!“ so Dr. Thomas Bauer, Leiter des ärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises.

Masern sind hoch ansteckend und werden neben Tröpfchen über die Hände übertragen. „Bei allen Infektionskrankheiten bietet eine gute Händehygiene – regelmäßiges Händewaschen, Einmalpapiertaschentücher - den effektivsten Schutz“, sagt Dr. Bauer. „Etwa acht bis zwölf Tage nach der Ansteckung kommt es zu den ersten Symptomen wie Lichtempfindlichkeit, Ausschlag, Fieber, Müdigkeit und eine Bronchitis.“ Das Gefährliche an den Masern sind Spätfolgen wie Lungen- und Hirnhautentzündungen, die oft tödlich enden. “Die wenigsten Eltern wissen, dass Masern weltweit zu den häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern zählen“, sagt Dr. Bauer.
Neben der Händehygiene legt das Robert-Koch-Institutes (RKI) allen Eltern nahe, ihre Kinder zwei Mal gegen Masern zu impfen. Leider vergessen die Eltern häufig die zweite Impfung, so dass nicht immer ein ausreichender Schutz besteht. „Wenn sich jeder an die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) halten würde, könnten wir das Virus ausrotten“, sagt Kaija Elvermann, verantwortliche Ärztin im Kinder und Jugendärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt. Aber es existieren immer noch Impfgegner, die die Immunisierung ihrer Kinder bewusst verweigern. Noch immer finden unter Impfgegnern sogenannte Masernpartys statt, die sich zum Ziel setzen, dass sich kleine Kinder mit Masern infizieren.

Das ist russisches Roulette!“, sagt Elvermann. Die Impfung gegen Masern hingegen sorgt über einen vom Wildvirus veränderten Impfstoff dafür, dass unser Immunsystem mobilisiert und Antikörper gebildet werden. Mit der zweiten Impfung hält dieser Schutz über Jahrzehnte an – allerdings ohne dass man krank wird.

Das RKI registrierte im vergangenen Jahr 777 Fälle der Viruserkrankung. Eine neue Masernwelle kommt aus der Schweiz auf uns zu. Vorsorglich werden allen Eltern gebeten, sich bei ihren Haus- und Kinderärzten für eine Kontrolle der Impfpässe zu melden.

Gisela Hück, zuständig für den Infektionsschutz im Kreisgesundheitsamt, stellt gleichzeitig klar: „Kinder, Jugendliche sowie Personal von Kindertageseinrichtungen und Schulen werden im Falle eines Masernausbruches, bei fehlendem Impfschutz oder Nachweis einer Erkrankung, den Besuch der Einrichtungen für mindestens 14 Tage untersagt bekommen.“

Neben dieser Eindämmungsstrategie würden dann kurzfristige Impfangebote durch niedergelassene Kinderärzte sowie die Ärzte des Gesundheitsamtes angeboten. Auch wer die Masernerkrankung durchgemacht hat, darf mit einem ärztlichen Attest die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen.

Logo Elterninformationen über Masernerkrankungen 
Bei Fragen zum Thema Masernimpfschutz stehen Ihnen die 

Elterninformationen über MasernerkrankungenPDF-Logo 

auf der Homepage des Oberbergischen Kreises zur Verfügung. 

 

 

 



Letzte Änderung: 07. Februar 2011