10.03.2026: Förderbewilligung erteilt: Projekt „WärmeEngel“ startet im Oberbergischen Kreis

Der Projektstart ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen

Oberbergischer Kreis. Überschüssige Wärme sinnvoll nutzen und das Klima schützen: das ist das Prinzip des „WärmeEngels“. Ziel des Projekts ist es, die Abwärme aus den mit Deponie- und Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken am Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar nutzbar zu machen und mit Hilfe eines innovativen Speichersystems zu transportieren. Dieses soll zur Beheizung des Berufskollegs Dieringhausen in Gummersbach eingesetzt werden, mit dem Ziel, die CO2-Emissionen öffentlicher Gebäude zu reduzieren.

Das Projekt findet im Rahmen der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand im Förderaufruf „Das Beste aus beiden Welten – klimagerechte, urbane Energielösungen“ statt und trägt dazu bei, Energielösungen für den ländlichen Raum praktisch umzusetzen.

Das Projekt WärmeEngel ist ein gemeinsames Vorhaben des Oberbergischen Kreises, des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV) und der TH Köln. Rund 1,5 Millionen Euro umfasst das Projekt. Nach erfolgreicher Antragstellung wurde hierfür ein Zuwendungsbescheid aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erteilt. Die Förderung beträgt 80% und wird von der Europäischen Union sowie dem Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

WärmeEngel funktioniert nach dem Prinzip von Taschenwärmern: Wärme wird in mobilen Latentwärmespeichern aufgenommen, per LKW transportiert und vor Ort in die Heizsysteme eingespeist. Im Rahmen des Demonstrationsprojekts soll das Berufskolleg Dieringhausen dann größtenteils mit grüner Wärme versorgt werden. Mit einem jährlichen Wärmebedarf von 910.000 kWh gehört es zu den größten öffentlichen Wärmeverbrauchern im Oberbergischen Kreis. Das Berufskolleg liegt rund 16 Kilometer vom Entsorgungszentrum Leppe entfernt.

„Jetzt, da die Förderung steht, können wir den WärmeEngel offiziell starten. Unser Ziel ist klar: wir wollen zeigen, wie mobile Energielösungen im ländlichen Raum funktionieren und gleichzeitig den CO2-Ausstoß öffentlicher Gebäude deutlich senken.“, sagt Frank Herhaus, Dezernent für Planung, Regionalentwicklung und Umwelt des Oberbergischen Kreises.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband übernimmt die Bereitstellung der Abwärme, die Beladung der mobilen Speicher am Entsorgungszentrum Leppe sowie die komplette Logistik des Wärmetransports. „Die Förderzusage bestätigt: Unsere überschüssige Abwärme kann jetzt gezielt genutzt werden. Wir bringen Energie genau dorthin, wo Sie gebraucht wird. Ein wichtiger Beitrag für die regionale Energiewende“, sagt Elena Eßer vom BAV.

Die TH Köln ist für die Entwicklung der Mess- und Bewertungskonzepte verantwortlich. Dazu zählen die Implementierung der Messtechnik an Wärmequelle und -senke, die Datenauswertung sowie die anschließende energetische Gesamtbewertung des Systems. „Mit der Bewilligung können wir nun zeigen, dass klimaneutrale Wärme auch ohne klassische Wärmenetzte bereitgestellt werden kann – ein innovatives Modell für ländliche Regionen“, so Prof. Dr. Thorsten Schneiders von der TH Köln.

Nach erfolgter Förderbewilligung wird aktuell ein Ingenieurbüro beauftragt, um die notwendigen baulichen Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Der offizielle Projektstart ist der 01. März 2026, die baulichen Maßnahmen am Entsorgungszentrum Leppe und am Berufskolleg Dieringhausen sollen bis Mitte nächsten Jahres realisiert werden. Damit kann der WärmeEngel als mobiles Wärmetransportsystem nun offiziell ins Rollen kommen.



Letzte Änderung: 10. März 2026