05.05.2026: Oberbergische Igelkampagne: Tipps für kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Wettbewerb: Kreis und Biologische Station Oberberg rufen zum igelfreundlichen Garten auf

Gemeinsame Pressemitteilung des Oberbergischen Kreises und der Biologischen Station Oberberg (BSO)

Oberbergischer Kreis. Bürgerinnen und Bürger im Oberbergischen Kreis sind aufgerufen, sich am Schutz der Igel im eigenen Umfeld zu beteiligen. Bereits mit kleinen Schritten können Interessierte ihr Zuhause und den heimischen Garten igelfreundlich (um-)gestalten. Entscheidend ist nicht die Größe des Gartens, sondern wie gut er auf die Bedürfnisse des Igels abgestimmt ist. Um möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen, haben der Oberbergische Kreis und die Biologische Station Oberberg einen Wettbewerb "Igelgarten" ausgelobt.

Der Oberbergische Kreis und die Biologische Station Oberberg haben eine Kampagne gestartet, um Igel wirkungsvoll zu schützen. Sie rufen gemeinsam zur Teilnahme am Wettbewerb „Wer hat den igelfreundlichsten Garten im Oberbergischen Kreis?“ auf. (Foto: BSO Oberberg)
Der Oberbergische Kreis und die Biologische Station Oberberg haben eine Kampagne gestartet, um Igel wirkungsvoll zu schützen. Sie rufen gemeinsam zur Teilnahme am Wettbewerb „Wer hat den igelfreundlichsten Garten im Oberbergischen Kreis?“ auf. (Foto: BSO Oberberg)

Sarah Noll aus Waldbröl ist seit Jahren beim NABU Oberberg aktiv und unterstützt die gemeinsame Aktion. Die engagierte Igelschützerin hat einige wirkungsvolle "Igelhilfen" auf ihrem Grundstück eingerichtet und zeigt, wie einfach und kostengünstig ein Garten "igelfreundlich" gestaltet werden kann:

Den Garten "öffnen" und Durchgänge schaffen. (Foto: OBK)
Den Garten "öffnen" und Durchgänge schaffen. (Foto: OBK)

Statt den heimischen Garten mit dichten Zäunen abzuschotten, empfiehlt Sarah Noll Durchlässe, etwa durch Buchenhecken oder Randbepflanzungen mit Sträuchern zu schaffen. Igel benötigen Sicht- und Windschutz und Rückzugsorte, erklärt Sarah Noll: "Strauchabschnitt von heimischen Gehölzen eignet sich dafür besonders gut. Es ist kein 'Abfall', der entsorgt werden muss." 

Ein Hügel aus Strauchschnitt bietet dem Igel Sicherheit im Garten. (Foto: OBK)
Ein Hügel aus Strauchschnitt bietet dem Igel Sicherheit im Garten. (Foto: OBK)

An Stelle getrimmter Rasenflächen dominieren Wiesenblumen. In dem naturnahen Garten der Waldbrölerin grünt uns blüht es: "Die vielen Blumen locken Insekten an. Das ist die natürliche Igelnahrung.", sagt Sarah Noll. 

Ein insektenfreundlicher Garten mit vielen Blühpflanzen ist auch ideal für Igel, weil sie sich vorrangig von Insekten ernähren. (Foto: OBK)   
Ein insektenfreundlicher Garten mit vielen Blühpflanzen ist auch ideal für Igel, weil sie sich vorrangig von Insekten ernähren. (Foto: OBK)  

"Aufgrund des Insektensterbens benötigen Igel aber auch bei der Nahrungssuche unsere Unterstützung", meint Sarah Noll. Sie empfiehlt ganzjährig Futter für Igel anzubieten. "Geeignet sind Mehlwürmer und Katzenfutter ohne Getreide und Zucker, stattdessen mit einem hohen Fleischanteil von mindestens 65 - 70%, ohne Gelee oder Saucen. Geeignet sind außerdem Trockenfutter und auch Hackfleisch, gekochtes Hähnchen und Rührei, allerdings ohne Gewürze. Bitte füttern Sie kein Gemüse und keine Nüsse und auch von Milch werden Igel krank. Stattdessen Wasser anbieten!" 
 

Ein Futterhaus für Igel hat zwei Eingänge und am besten mit Klappen zum Schutz vor Ratten. (Foto: OBK)
Ein Futterhaus für Igel hat zwei Eingänge und am besten mit Klappen zum Schutz vor Ratten. (Foto: OBK)

Als (kostengünstige) Trinkschale eignet sich beispielsweise der große Unterteller eines Blumentopfs.  Wichtig dabei: diese Wasserstelle sollte eine Ausstiegshilfe für Insekten haben. Mehrere Steine, die in die Schale gelegt werden, reichen dafür aus.
Besitzerinnen und Besitzer eines Gartenteichs können dem Igel das dringend benötigte Trinkwasser auch daraus zugänglich machen: Kleine Stege bieten dem Igel Sicherheit beim Trinken. "Ein Igel kann grundsätzlich schwimmen, doch bei hohen Rändern und steilen Wänden hat er Probleme aus einem Wasserbecken herauszuklettern.", gibt Sarah Noll zu bedenken. Sie hat zur Sicherheit einige Holzbretter am Rand ihres Gartenteichs als Ausstiegshilfe für Igel befestigt, falls doch mal eines der nachtaktiven Tiere hineinfallen sollte. Bei ihrer Futtersuche können Igel Strecken über eine Länge von zwei bis drei Kilometern in einer Nacht zurücklegen. 

Sarah Noll (NABU Oberberg) wirbt für einen igelfreundlichen Garten und zeigt, dass schon wenige kleine Maßnahmen helfen. (Foto: OBK)
Sarah Noll (NABU Oberberg) wirbt für einen igelfreundlichen Garten und zeigt, dass schon wenige kleine Maßnahmen helfen. (Foto: OBK)

In einem naturnahen Garten gibt es viele Möglichkeiten, um Igeln einen passenden Unterschlupf zu bieten. Igelhäuser aus Holz sorgen für ein warmes und sicheres Winterquartier. Diese lassen sich mit einfachen Mitteln kostengünstig selber bauen, doch es gibt auch preiswerte Bausätze und fertige Igelhäuser zu kaufen.

Ein (selbstgebautes) Igelhaus bietet den nachtaktiven Tieren ein sicheres Zuhause im heimischen Garten. (Foto: OBK)
Ein (selbstgebautes) Igelhaus bietet den nachtaktiven Tieren ein sicheres Zuhause im heimischen Garten. (Foto: OBK)

"Igelhäuser sollten an einem ruhigen, schattigen und trockenen Ort im Garten stehen, am besten unter Hecken oder Sträuchern.", empfiehlt Sarah Noll. Die Behausung sollte möglichst trocken, mit der Öffnung an der wetterabgewandten Seite stehen und auch einen guten Zugang bieten. Als Material um den Innenraum zu befüllen, eignet sich Laub oder auch Stroh (ohne Grannen). "Die Häuser müssen damit auch nicht komplett befüllt werden. Das Material in der Nähe zur Verfügung zu stellen reicht. Die Igel ziehen es sich dann selbst ins Nest."
Sarah Noll hat vor wenigen Tagen zwei Schützlinge, die in ihrem Garten überwintert haben, in die Freiheit entlassen. "Jetzt hoffe ich, dass die Igel von lauernden Gefahren wie Mährobotern, Plastikabfall und Chemikalien verschont bleiben", wünscht sich die Tierschützerin.   

Weitere Information zum Igel-Schutz und Tipps für einen igelfreundlichen Garten erhalten Interessierte bei der Biologischen Station Oberberg unter www.biostationoberberg.de, im nachfolgen verlinkten Flyer und auch bei Sarah Noll per E-Mail an igelhilfe@nabu-oberberg.de.


Oberbergischer Wettbewerb zu igelfreundlichen Gärten

Teilnehmen können alle Privatpersonen im Oberbergischen Kreis im Zeitraum von Juni bis August 2026.

Die Bewerbung erfolgt per E-Mail an oberberg@bs-bl.de
Betreff: „Wettbewerb Igelgarten – [Name/Ortsteil]“

Einzureichen sind:

  • Mindestens ein Foto (max. 6 Fotos) des Gartens bzw. der igelfreundlichen Maßnahmen
     
  • Eine kurze Beschreibung: Welche Maßnahmen wurden bzw. werden umgesetzt und warum ist der Garten igelfreundlich?
     
  • Adresse des Gartens (für die Vor-Ort-Besuche der besten zehn Gärten)
     
  • Telefonnummer des teilnehmenden Gartenbesitzers

Alle weiteren Informationen zum Wettbewerb – zum Beispiel, wofür es Punkte gibt und welche Teilnahmebedingungen gelten finden Teilnehmende auf den Internetseiten der Biologischen Station Oberberg in der Rubrik "Projekte".

Jury, Vor-Ort-Besuche und Auszeichnung

Eine Fachjury sichtet alle Einsendungen und wählt daraus die zehn besten Gärten aus. Diese werden im September besucht und bewertet. Die ersten drei Plätze werden mit Prämien ausgezeichnet:

1. Platz: Zwei Fledermauskästen
2. Platz: Zwei Meisen-Nisthilfen
3. Platz: Eine Meisen-Nisthilfe

Die besten Gärten werden anschließend öffentlich vorgestellt!



Letzte Änderung: 05. Mai 2026