06.08.2026: Sport bei Hitze: Der Oberbergische Kreis gibt Tipps, um gesund zu bleiben

Der Oberbergische Kreis informiert regelmäßig über vorbeugende Maßnahmen, um Bürgerinnen und Bürger in Zeiten des Klimawandels zu schützen

Oberbergischer Kreis. Der Oberbergische Kreis informiert regelmäßig über vorbeugende Maßnahmen, um Bürgerinnen und Bürger in Zeiten des Klimawandels zu schützen. Diesmal geht es um "Sport und Hitze". 
Sporttreibende zählen zu den besonders betroffenen Risikogruppen für klimabedingte Gesundheitsrisiken. Egal ob Sport im Freien – auf dem Sportplatz, im Park oder auf dem Wasser – oder Sport in der Halle – jede Sportart, jeder Verband und jeder Verein wird künftig mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert sein. Für den Sport zählen häufigere, längere und intensivere Hitzewellen zu den bedeutendsten Auswirkungen des Klimawandels.
Deshalb hat der Oberbergische Kreis auch für sportlich Aktive, die vermeintlich besser mit Hitzebelastung zurechtkommen, Informationen und Vorbeugemaßnahmen zusammengestellt. 

Sport und Hitze – das raten Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsamtes

Im Ruhezustand liegt die Körpertemperatur eines Menschen bei etwa 36,5 °C. Ziel des menschlichen Wärmehaushalts ist es, größere Schwankungen der Körperkerntemperatur zu vermeiden. Hierfür gibt es im Körper Mechanismen, um die Körpertemperatur möglichst konstant zu halten. Bei langanhaltenden Hitzewellen wird diese Thermoregulation jedoch stark belastet, was zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, sagt die stellvertr. Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Birgit Will: „Der wichtigste Mechanismus der Thermoregulation des Körpers, um überschüssige Wärme loszuwerden, ist die Verdunstung durch Schwitzen. Hierbei ist zu beachten, dass Schweiß nur kühlt, wenn er verdunstet. Schweiß, der abtropft, trägt nicht zur Kühlung bei. Da beim Schwitzen Flüssigkeit abgegeben wird, steht der Wärmehaushalt eng mit dem Flüssigkeitshaushalt des Körpers in Verbindung. Bei Hitze ist es wichtig, das Verhältnis von aufgenommener zu abgegebener Flüssigkeit zu beachten, damit der Körper sich ausreichend regulieren kann."

Dabei ist nicht nur die Aufnahme von Flüssigkeit wichtig. Schweiß enthält Mineralsalze (Elektrolyte). Bei vermehrtem Schwitzen kann daher ein Mangel an wichtigen Elektrolyten auftreten. Bei hohen Temperaturen sollte folglich darauf geachtet werden, ausreichend Elektrolyte zuzuführen.

Langanhaltende Hitze mit hohem Schweißverlust bei gleichzeitig geringer Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr kann den Körper stark belasten und die Gesundheit beeinträchtigen.

Sport und Hitze - das raten die Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsamts:

  • Sport im Freien möglichst in den frühen Morgenstunden etwa zwischen 6 und 9 Uhr. Später eher in klimatisierten Innenräumen.
  • Ausdauersportarten nicht mit Maximalbelastung ausüben. Das gilt vor allem für Personen mit Vorerkrankungen.
  • Ausreichend trinken.
  • Auf Warnsignale des Körpers achten - Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme. Ggf. Belastung reduzieren oder das Training beenden. Bei anhaltenden Beschwerden Arzt aufsuchen.
  • Puls im Blick behalten.
  • Mineralreiches Wasser kann sinnvoll sein, da der Körper über den Schweiß Mineralstoffe verliert. Auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr achten.
  • Generell über den Tag verteilt regelmäßig trinken und die Flüssigkeitsspeicher nach dem Sport wieder auffüllen.
  • Keine schweren Mahlzeiten unmittelbar vor intensiven Einheiten.
  • Zusätzliche Kühlung durch Kühlwesten kann dazu beitragen, die Herzfrequenz niedriger zu halten. Sie sollten jedoch vorrangig im Profisport und unter ärztlicher Beobachtung eingesetzt werden.

Gesundheitstipps für den Vereinssport

Schon bei Temperaturen ab 20 Grad stehen Sportlerinnen und Sportler, Trainer und Sportvereine vor (gesundheitsbedingten) Herausforderungen wie Leistungsabfall, logistische Hürden (etwa fehlende kühlende Rückzugsräume) und Sicherheitsrisiken. In Hallen ist es kaum auszuhalten und auch das Material leidet und kann zu Sicherheitsmängeln führen. 

"Sport in der Mittagshitze oder ein Lauftraining in der prallen Sonne, ist keine gute Idee. Es ist besser am Morgen und in den Abendstunden ein leichtes Training zu absolvieren. Dabei ist es ganz besonders wichtig, genügend zu trinken. Wer sich bei der Hitze nicht gut fühlt, sollte auf seinen Körper hören und in dieser heißen Phase mal auf ein Training verzichten. Sporttipps bei Hitze gibt es auch vom Deutschen Olympischen Sportbund.", sagt Hagen Jobi, Vorsitzender des Kreissportbund Oberberg e.V. 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Empfehlungen für den organisierten Sport in einem Musterhitzeschutzplan zum kostenlosen Download zusammengestellt. 

Weitere Informationen zu vorbeugenden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen in Zeiten des Klimawandels erhalten Interessierte im Klimawandelanpassungskonzept (KWAK) des Oberbergischen Kreises: www.obk.de/kwak und auf www.obk.de/hitze.



Letzte Änderung: 06. August 2026