Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum: 2026-10-21T11:37
TeReS sucht pflegende Angehörige zum Testen der App Unterstützung finden – unkompliziert von zu Hause aus
Oberbergischer Kreis. Sie pflegen Ihren Partner zuhause, organisieren den Rollator für Ihre Mutter oder unterstützen einen nahestehenden Menschen im Alltag? Dann sind Sie gefragt: Im Oberbergischen Kreis wird derzeit die App TeReS erprobt. Das Forschungsprojekt sucht weitere pflegende Angehörige und Menschen, die andere in ihrem häuslichen Umfeld unterstützen. Ihre Erfahrungen helfen dabei herauszufinden, wie digitale Unterstützung gestaltet sein muss, damit sie im Alltag wirklich hilft.
Seit acht Wochen wird TeReS in der Praxis getestet. Für die wissenschaftliche Begleitstudie werden bis zum 13. November 2026 weitere Rückmeldungen gesucht. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand die Pflege allein übernimmt, sich die Verantwortung mit anderen teilt oder vor allem im Alltag unterstützt, Termine organisiert und Entscheidungen begleitet.
TeReS bietet einen digitalen Zugang zu den Senioren- und Pflegeberatungsstellen. Über die App können Nutzerinnen und Nutzer ihre aktuelle Situation schildern und erfahren, welche Unterstützungs- und Entlastungsangebote zu ihrer individuellen Situation passen könnten. Das Angebot lässt sich anonym und ohne Termin nutzen. Das Ausfüllen der Fragen dauert etwa 15 Minuten. Die Angaben werden anschließend an die zuständige Beratungsstelle weitergeleitet.
Die meisten pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt – überwiegend durch Angehörige. Für diese ist die Pflege oft mit erheblichen zeitlichen, körperlichen und psychischen Belastungen verbunden. TeReS soll dazu beitragen, passende Hilfen frühzeitig aufzuzeigen und Wege für Entlastung einfacher zu machen.
Digitale Technik unterstützt die Beratung – persönliche Beratung bleibt unverzichtbar
Im Projekt wird untersucht, ob und wie digitale Technologien die Kapazitäten in der Senioren- und Pflegeberatung erweitern und den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtern können. Dafür verbindet TeReS eine App für Ratsuchende mit einem digitalen Beratungstool, das die Fachkräfte bei der Bearbeitung der Anfragen unterstützt. Erprobt wird auch, wie KI-Funktionen unterstützen können, Anfragen schneller zu bearbeiten und digitales Wissensmanagement zu fördern.
Die persönliche Beratung bleibt dabei unverzichtbar: Alle Anfragen werden weiterhin von den Beratenden bearbeitet. Digitalen Technologien sollen die Fachkräfte unterstützen, nicht ersetzen.
Ein Prototyp, der mit den Erfahrungen der Nutzerinnen und Nutzer wächst
TeReS befindet sich in der Pilotphase. Ziel ist es, herauszufinden, wie ein digitales Angebot gestaltet sein muss, damit es verständlich, alltagstauglich und hilfreich ist. Ist die App einfach zu bedienen? Passen die Fragen und Empfehlungen zu ihrer persönlichen Situation? Erleichtert der digitale Zugang den Weg zu geeigneter Unterstützung?
„Wir möchten TeReS gemeinsam mit den Menschen weiterentwickeln, für die die App gedacht ist. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung: Probieren Sie die App aus und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns. Jede Rückmeldung hilft uns zu verstehen, was mit der App schon funktioniert, wo Hürden entstehen und wie das Angebot noch bedarfsgerechter ausgerichtet sein muss“, sagt Christine Prinz, fachliche Koordinatorin der Senioren- und Pflegeberatungsstellen des Oberbergischen Kreises. „Die App kann aus dem gesamten Oberbergischen Kreis heraus genutzt werden, die Bearbeitung der Anfragen erfolgt durch die drei teilnehmenden Beratungsstellen in Bergneustadt, Gummersbach und Lindlar.“
Die Erprobung im Oberbergischen Kreis wird begleitet durch den Gesundheitsregion KölnBonn e.V. Auch in der Stadt Köln im Bezirk Rodenkirchen wird TeReS getestet. Die wissenschaftliche Evaluation übernimmt das Institut für Pflegewissenschaft der Universität
zu Köln. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit dem gewi-Institut für Gesundheitswirtschaft e. V. und der NursIT Institute GmbH.
TeReS steht für technologiegestützte regionale Sorgegemeinschaft. Das Forschungsprojekt läuft bis Juni 2027 und wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des EFRE/JTF-Programms NRW im Rahmen des Förderaufrufs „Gesünder.IN.NRW“ gefördert.
Weitere Informationen unter www.teres.care