Pressemitteilung
Veröffentlichungsdatum: 2026-11-02T14:32
Kreistag und Landrat: Bilanz nach einem Jahr Rückblick auf wichtige Beschlüsse, laufende Vorhaben und zentrale Herausforderungen
Oberbergischer Kreis. Seit dem 1. November 2025 haben Landrat Klaus Grootens und der neu gewählte Kreistag des Oberbergischen Kreises zahlreiche Entscheidungen getroffen und Projekte vorangebracht. Gleichzeitig stehen der Kreis und seine Kommunen vor erheblichen Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf wirtschaftliche Entwicklungen und die kommunalen Finanzen.
Für Klaus Grootens war der Amtswechsel mit einem Vorteil verbunden: Er kennt die Kreisverwaltung seit 25 Jahren. Seit 2015 war er Allgemeiner Vertreter des Landrats, seit 2016 gewählter Kreisdirektor. „Dass ich die Kreisverwaltung und ihre vielfältigen Aufgaben seit vielen Jahren kenne, hat mir den Einstieg als Landrat erleichtert. Ich wusste, welche Themen uns beschäftigen und wo wir ansetzen müssen“, sagt Grootens.
Mit dem Anspruch, Verantwortung für den Oberbergischen Kreis und die hier lebenden Menschen zu übernehmen, ist Klaus Grootens in sein Amt gestartet. Eine Auswahl wichtiger Projekte und Beschlüsse des Kreistages zeigt, was in der bisherigen Wahlperiode bereits erreicht und angestoßen wurde.
Sicherheit: Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz stärken
Ein leistungsfähiger Rettungsdienst sowie ein verlässlicher Brand- und Katastrophenschutz gehören zu den zentralen Aufgaben des Kreises. Seit Beginn der Wahlperiode standen dabei sowohl die Finanzierung des Rettungsdienstes als auch die Weiterentwicklung der notwendigen Infrastruktur im Fokus.
Vor dem Hintergrund des Streits um die Rettungsdienstgebühren verabschiedete der Kreistag einstimmig eine Resolution. In einer Sondersitzung beschloss er zudem eine neue Gebührensatzung für den Rettungsdienst. Die hierzu erzielte Einigung mit den Krankenkassen stellt sicher, dass auch weiterhin keine Gebührenbescheide direkt an Patientinnen und Patienten verschickt werden. Darüber hinaus wurde der Ankauf eines Grundstücks in Engelskirchen für die Errichtung einer Rettungswache beschlossen. Auch die Planungen für weitere notwendige Rettungswachen wurden vorangetrieben.
Wie wichtig ein gut aufgestellter Bevölkerungsschutz ist, zeigte sich im Sommer angesichts hoher Temperaturen und erhöhter Waldbrandgefahr. Die Einsatzkräfte waren besonders gefordert und unterstützten nicht nur bei Maßnahmen vor Ort, sondern leisteten auch über die Kreisgrenzen hinaus Hilfe. Auch die technische Ausstattung wurde verstärkt. Mit einem neuen Waldbrand-Tanklöschfahrzeug, einem geländegängigen Kleinfahrzeug (UTV) und einem Löschunterstützungsfahrzeug stehen den Feuerwehren seit diesem Jahr zusätzliche Fahrzeuge für die Brandbekämpfung, insbesondere bei Wald- und Vegetationsbränden, zur Verfügung.
Gesundheit und Pflege: Versorgung langfristig sichern
Die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum bleibt eine wichtige Aufgabe. Das hausärztliche Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Waldbröl ist im Oktober an den Start gegangen. Der Oberbergische Kreis hat die Planungen gemeinsam mit der Klinikum Oberberg GmbH vorangetrieben, um die hausärztliche Versorgung vor Ort zu verbessern.
Auch das Medizinstipendienprogramm des Kreises ist inzwischen erfolgreich angelaufen. Das Förderbudget ist bereits ausgeschöpft. Mit dem Programm will der Kreis dazu beitragen, medizinischen Nachwuchs zu gewinnen und die Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern.
Darüber hinaus hat der Kreistag die Auftragsvergabe für die Errichtung eines dritten Erweiterungsgebäudes der Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren (AGewiS) beschlossen. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, das Bildungsangebot in einem Bereich weiterzuentwickeln, der angesichts des Fachkräftebedarfs in der Pflege besonders wichtig ist. „Aus meiner langjährigen Tätigkeit als Betriebsleiter der AGewiS kenne ich die Herausforderungen in der Pflege. Wir müssen die Ausbildung stärken und die Akteure in der Region zusammenbringen“, sagt Grootens. Bereits 2024 initiierte der Landrat das Unternehmernetzwerk aus der Pflegebranche „P.NetO – Pflegenetzwerk Oberberg“. Dem Verein mit mittlerweile mehr als 30 Mitgliedern gehört er weiterhin als Vorstandsmitglied an.
Wirtschaft und Arbeit: Perspektiven für die Region schaffen
Die wirtschaftliche Lage stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Oberbergische Kreis steht deshalb mit Unternehmen aus der Region im Austausch und unterstützt sie im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die Wirtschaftsförderung berät unter anderem zu Qualifizierungsangeboten, zur beruflichen Weiterentwicklung und zu Fragen der Existenzgründung.
Ein besonderer Fokus liegt auf der beruflichen Orientierung junger Menschen. Die Ausbildungs- und Studienmesse OBKarriere konnte in diesem Jahr einen Besucherrekord verzeichnen und bot Jugendlichen umfassende Einblicke in die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten. Unternehmen, Institutionen sowie Hochschulen und Universitäten informierten über Ausbildungsberufe, duale Studiengänge, Studienmöglichkeiten und freiwillige Dienste. Insgesamt wird im Oberbergischen Kreis in rund 150 unterschiedlichen Berufsbildern ausgebildet. Landrat Grootens betont die Bedeutung frühzeitiger Berufsorientierung: „Wir möchten jungen Menschen die vielfältigen beruflichen Perspektiven in unserer Region aufzeigen. Auch wenn sie für eine Ausbildung oder ein Studium zunächst andere Orte kennenlernen, sollen sie wissen, dass Oberberg attraktive Arbeitgeber und gute Entwicklungsmöglichkeiten für ihren weiteren Berufsweg bietet.“
Bildung: Gute Voraussetzungen für die Zukunft
Der Kreistag hat die Gründung eines Regionalen Bildungszentrums der Berufskollegs im Oberbergischen Kreis (RBZB) beschlossen. Oberberg ist damit der erste Kreis im Regierungsbezirk Köln, der ein solches Bildungszentrum auf den Weg gebracht hat.
Auch die Förderschullandschaft soll weiterentwickelt werden. Da die Kapazitätsgrenze an den beiden Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung bereits seit Jahren überschritten ist, hat der Kreistag beschlossen, Mittel aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur für die Errichtung einer dritten Förderschule in Bergneustadt einzusetzen.
Ein weiteres sichtbares Ergebnis ist die neue Sporthalle des Kaufmännischen Berufskollegs Oberberg in Waldbröl. Nach rund 14 Monaten Bauzeit wurde sie fertiggestellt und in diesem Jahr offiziell eröffnet. Sie verbessert die räumlichen Voraussetzungen für den Schul- und Sportunterricht. Darüber hinaus steht die Halle außerhalb des Schulbetriebs auch den ortansässigen Vereinen zur Verfügung.
Digitalisierung: Informationen einfacher zugänglich machen
Mit dem Relaunch der Internetseite www.obk.de hat der Oberbergische Kreis sein digitales Informationsangebot überarbeitet. Der neue Internetauftritt ist seit September online. Ein modernes Design, überarbeitete Inhalte und eine stärkere Orientierung an den Themen der Bürgerinnen und Bürger sollen den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen erleichtern.
„Die Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags. Für uns als Verwaltung kommt es darauf an, die Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und den Zugang zu unseren Angeboten so einfach wie möglich zu machen“, sagt Landrat Grootens.
Mobilität: Verbindungen im ländlichen Raum verbessern
Gute Verkehrsverbindungen sind für die Menschen und Unternehmen im Oberbergischen Kreis von großer Bedeutung. Der Kreistag hat deshalb mehrere Maßnahmen zur Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs beschlossen.
Der Schnellbus SB 56 soll künftig über Much hinaus bis nach Bielstein fahren. Darüber hinaus haben der Oberbergische Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Sicherstellung kreisgrenzenüberschreitender Verkehrsleistungen im Linienverkehr beschlossen. Auch das On-Demand-Angebot monti soll fortgeführt werden. Der Kreistag hat sich für die Weiterführung ausgesprochen und eine Prüfung zur möglichen Ausweitung des Bediengebiets auf Reichshof auf den Weg gebracht.
Eine besondere Herausforderung bleibt die überregionale Verkehrsinfrastruktur. Die angekündigten Einschränkungen bei der RB 25 sowie die Bauarbeiten an der Wiehltalbrücke stellen Pendler und Unternehmen vor zusätzliche Belastungen. „Die Mobilität bleibt eine der großen Herausforderungen in unserem ländlich geprägten Kreis. Die Wiehltalbrücke ist eine wichtige Verkehrsader für Pendelnde, Unternehmen und die gesamte Region. Auch wenn die Zuständigkeit bei der Autobahn GmbH liegt, setzen wir uns gemeinsam mit der Stadt Wiehl für tragfähige Lösungen ein“, betont Landrat Grootens.
Finanzen: Schwierige Entscheidungen stehen bevor
Neben den fachlichen Aufgaben beschäftigt den Kreis die angespannte Finanzlage. Steigende Ausgaben und begrenzte finanzielle Spielräume stellen sowohl den Oberbergischen Kreis als auch seine 13 Kommunen vor große Herausforderungen.
Mit den Haushaltsberatungen für die Jahre 2027 und 2028 stehen wichtige Entscheidungen an. Im Mittelpunkt wird dabei die Frage stehen, wie notwendige Leistungen langfristig gesichert, Investitionen sinnvoll abgewogen und angesichts begrenzter Ressourcen klare Prioritäten gesetzt werden können.
Bilanz und Ausblick: Oberberg gemeinsam weiterentwickeln
In der bisherigen Wahlperiode wurden wichtige Beschlüsse gefasst und zahlreiche Vorhaben auf den Weg gebracht. Viele Aufgaben bleiben jedoch anspruchsvoll – von der Sicherung der medizinischen Versorgung über die Verkehrsinfrastruktur bis zur finanziellen Handlungsfähigkeit des Kreises.
Landrat Klaus Grootens betont: „Was Oberberg ausmacht, ist nicht allein das, was wir planen und bauen. Es ist vor allem das Miteinander der Menschen. Das Ehrenamt, die Vereine, die Nachbarschaft und das Engagement vor Ort in den Dörfern machen unsere Heimat lebenswert. Diesen Zusammenhalt wollen wir weiter stärken.“